Thema: Unterrichtsentwürfe


Hilfreiche Literatur zum/über Unterrichtsentwürfe und Unterrichtsplanung:

Neuere Literatur:

von Brand, Tilmann (2020): Deutsch unterrichten. Einführung in die Planung, Durchführung und Auswertung in den Sekundarstufen. 7. Aufl. Stuttgart u.a. Klett Kallmeyer

von Brand, Tilmann (2019): Stundenplanung Deutsch: Leitfaden für Praktikum, Referendariat und Lehrprobe. 2. Aufl. Stuttgart u.a. Klett-Kallmeyer

Leubner, Martin; Saupe, Anja (2021): Deutschunterricht planen: Ein Leitfaden. Zur Planung von Unterrichtseinheiten und Einzelstunden. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren

Schilcher, Anita u.a. (Hg.)(2018): Schritt für Schritt zum guten Deutschunterricht. Praxisbuch für Studium und Referendariat: Strategien und Methoden für professionelle Deutschlehrkr?fte. Seelze: Klett Kallmeyer

?ltere Literatur:

K?mper van den Boogaart, Michael (2004): Deutschdidaktik. Ein Leitfaden für die Sekundarstufe I und II. 2., korr. und erw. Aufl. Berlin: Cornelsen Scriptor. [Kapitel ?Unterricht vorbereiten“: 274-287]

Steinig, Wolfgang; Huneke, Hans-Werner (2002): Sprachdidaktik Deutsch. Eine Einführung. Berlin: E. Schmidt. [Kapitel ?Deutschunterricht planen und vorbereiten“: 210-224]

Abraham, Ulf; Kepser, Matthis (2005): Literaturdidaktik Deutsch. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt Verlag. [das differenzierte und umfangreiche Kapitel ?Muster, Phasen und Verfahren des Literaturunterrichts“: 176-228]

Abraham, Ulf; Beisbart, Ortwin; Ko?, Gerhard; Marenbach, Dieter (1998): Praxis des Deutschunterrichts. Arbeitsfelder – T?tigkeiten – Methoden. Donauw?rth: Auer. [ein beispielorientiertes Kapitel (zu ?Krabat“): ?Planung einer Unterrichtseinheit“: 245-269]

Schramke, Wolfgang (1995): Der schriftliche Unterrichtsentwurf. Ein Leitfaden mit Lehrproben-Beispielen. Deutsch. Hannover: Hahnsche Buchhandlung. [172 Seiten mit vielen Beispielen]

Witzenbacher, Kurt (1994): Praxis der Unterrichtsplanung. Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsgestaltung. München: Oldenbourg. [interessant v.a. zu den Verlaufsschemata: 162-169]

Lehrpl?ne für viele Bundesl?nder findet man unter: www.bildungsserver.de

Für die Anlage von Unterrichtsentwürfen beachten Sie bitte auch unsere Tipps für Seminararbeiten


Grobgliederung eines Unterrichtsentwurfs

  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Bedingungsanalyse
  • Sachanalyse
  • Didaktische ?berlegungen
    Lehrplanbezug
    Lehr-Lernziel
  • Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
  • Methodische ?berlegungen
  • Verlaufsplan
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang

Im Einzelnen

Inhaltsverzeichnis

  • Hier k?nnen weitere, neben den hier angeführten Hauptgliederungspunkte sinnvoll erscheinende Unterpunkte aufgemacht werden

Einleitung

  • Hier orientieren Sie Ihre Leser über das, was folgt. Denken Sie daran: ein Leser/eine Leserin hat alles, was Sie getippt haben, vor Augen, andererseits aber auch nur das: er/sie kann nicht in Ihren Kopf hineinkriechen!

Bedingungsanalyse

  • Bezug auf die konkret gegebene oder vorgestellte Schule
  • Eingliederung der Stunde in den groben Unterrichtsrahmen
  • Gruppenbeschreibung: Zusammensetzung nach Geschlecht und Alter
  • Entwicklungsstand, soziales Miteinander, Beziehungskonstellationen, Sprachschwierigkeiten, Unterrichtskommunikation, Motivation etc.
  • Differenziertes Leistungsverm?gen der Gruppe, F?higkeiten der SchülerInnen im mündlichen wie schriftlichen Sprachgebrauch, Kenntnisse, Fertigkeiten, Methodenkenntnisse, Lernschwierigkeiten
  • Sonstige bemerkenswerte Auff?lligkeiten, insofern sie in Beziehung zu dem geplanten Unterricht stehen (k?nnten)
  • Bei einer imaginierten Unterrichtssituation sollten hier in angemessener Kürze die Lernvoraussetzungen gekl?rt werden, die für Ihr Vorhaben wichtig sind (Klassenstufe, Schulart, geschlechtsabh?ngige Motivation, n?tiges Vorwissen o.?./u.v.a.)

Sachanalyse

  • Theoriegeleitete, methodisch bewusste Auseinandersetzung um die Sache, auch über den konkreten Einzelgegenstand der Stunde hinaus, diesen aber besonders berücksichtigend
  • Einbezug aktueller fachwissenschaftlicher Beitr?ge
  • Aufarbeitung des Diskussionsstandes
  • Diese Aufarbeitung geschieht im Blick auf Sachkenntnis des Lehrenden mit Konzentration auf das ?Was“ des Unterrichts

Didaktische Analyse

Grunds?tzliches

  • Zielperspektive: begründete Strukturierung einer Unterrichtseinheit
  • Unterscheidung von Unterrichtsgegenstand und Thema
  • Begründung des Themas
  • Exemplarische Bedeutung des Themas: welcher gr??ere Zusammenhang wird erschlossen?
  • Gegenw?rtige und zukünftige Bedeutung des Themas für die SchülerInnen
  • Einbezug einschl?giger und aktueller fachdidaktischer Sekund?rliteratur
  • Diese Aufarbeitung beantwortet tendenziell die Frage nach dem ?Warum“ des Unterrichts

Lehrplanbezug

  • Nicht blo?es formal legitimierendes Zitat, sondern kritische Auseinandersetzung mit den Lehrplanvorgaben eines beliebigen Bundeslandes

Lehr-/Lernziele

  • Gliederung nach der zeitlichen Abfolge im Stundenverlauf, oder
  • Gliederung nach Komplexit?tsgrad: grobe Ziele, feine Ziele, oder
  • Gliederung nach den Dimensionen:
    • kognitive Ziele (erkenntnisorientierte)
    • affektive Ziele (emotionale, gefühlsbetonte)
    • psychomotorische Ziele (pragmatische, handlungsorientierte)
    • soziale Ziele
  • Hilfreich: knappe, aber pr?zise Formulierung der Ziele. Das erleichtert die methodische Planung in der Ausrichtung an den Einzelzielen und macht - bei tats?chlich gehaltenem Unterricht - den Lernerfolg leichter überprüfbar

Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe

  • Diese ?berlegungen k?nnen auch an anderer Stelle des Unterrichtsentwurfs aufgenommen werden, z.B. nach der Bedingungsanalyse
  • Eine Einzelstunde f?llt nie von Himmel herab, sondern hat vorausgehende und nachfolgende Stunden. Eventuell ist am Ende einer Unterrichtseinheit eine Lernerfolgsprüfung vorgesehen
  • Hier zeigt sich der Stellenwert der Stunde als Einführungs- oder Abschlussstunde oder als Stunde ?mittendrin’. Je nachdem beziehen sich dann die didaktischen und methodischen ?berlegungen auch 澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育 auf die Einzelstunde (bei exponierter Stellung) oder die gesamte Unterrichtsreihe (bei eingegliederter Stellung)

Methodische Analyse

  • Methodischer Durchgang durch den geplanten Unterricht
  • Methodenwechsel ist sinnvoll, durch Abwechslung bleibt Konzentration erhalten
  • Auswahl der Methoden, die der Inszenierung von Gegenstand und Unterricht dienen
  • Begründete Methodenwahl nach dem Kriterium Angemessenheit der Methoden im Blick auf Lerngruppe und Gegenstand
  • Angebot von methodischen Hilfestellungen anl?sslich diagnostizierter Probleme
  • Aufzeigen alternativer Vorgehensweisen an Entscheidungsstellen, ggf. begründeter Ausschluss auch denkbarer alternativer Vorgehensweisen,
  • Begründung einer Medienwahl
  • Diese Aufarbeitung beantwortet die Fragen nach dem ?Wie“ des Unterrichts

Verlaufsschema/-skizze

  • ?bersichtliche Planungsskizze
  • Hilfreich als Memo für tats?chlich Unterrichtenden wie Leser des Entwurfs
  • Hierzu geh?ren z.B. nach einem g?ngigen, aber nicht verbindlichen  Schema fünf Spalten (hier nach Steinig/Huneke):
    • Zeitleiste
    • Phasen mit ihren Funktionen (?Einstieg, Erarbeitung, Vertiefung, Reflexion, Analyse, Zusammenfassung, Ergebnissicherung o.?.“)
    • Unterrichtsschritte, ggf. mit didaktischem Kommentar oder vorformulierten Fragestellungen und Impulsen
    • Unterrichtsform
    • Medien
  • Weitere g?ngige und auch sinnvolle Schemata finden Sie übersichtlich dargeboten bei Witzenbacher!

Reflexion

  • fakultativ: Auswertung des Entwurfs im Verh?ltnis zum tats?chlichen Unterrichtsverlauf

Literaturverzeichnis

  • gem?? üblichen Konventionen

Anhang

  • Arbeitsbl?tter
  • Arbeitsmaterialien
  • Tafelbilder
  • entstandene Schülerarbeiten

Phasierung des Unterrichts

Mehr als bedenkenswert erscheint es, klare Verh?ltnisse bezüglich einer Phasierung des eigenen Unterrichts zu schaffen. Sowohl Sie selbst als Lehrende als auch Ihre SchülerInnen sollten Unterrichsphasen zur Strukturgebung einer Unterrichtsstunde, ggf. auch einer ganzen Unterrichtseinheit unterscheiden k?nnen. Hier einige Angebote zur Phasierung des DU:

Einfaches dreigliedriges Phasenmodell orientiert an lehrer- bzw. schülerzentrierten Phasen (vgl. Steinig/Huneke S. 222)

  • Einstiegsphaseunter Lehrerleitung
  • Schülerorientierte Phase(n), in der ?die Schüler m?glichst aktiv und selbbstgesteuert Lernerfahrungen machen k?nnen.“
  • Lehrerzentierte Phase zum Abschluss, ?in der die Ergebnisse der Stunde zusammengefasst, gesichert, problematisiert und auf andere Bereiche übertragen sowie Hausaufgaben gestellt werden k?nnen.“

Phasenmodell von Jürgen Kreft 1977 (nach K?mper van den Boogaart S. 283f.)

Hauptphasen:

  • Phase der bornierten Subjektivit?t
    (Sch. verlieren sich zun?chst an den Text und gelangen zu ihren eigenen Fragen)
  • Phase der ?Objektivierung’
    (?Widerstreitende Wahrnehmungen bestimmen das Guppengespr?ch und motivieren zur ?berprüfung der eigenen Beobachtungen und zu ihrer Korrektur“)
  • Phase der Aneignung
    (Sch. lassen die Erfahrungen durch den Text auf sich und ihr Weltkonzept wirken bzw. werden sich dieser Wirkungen bewusst)
  • Phase der Applikation [?Anwendung“]
    (Abschluss, z.B. durch Theaterinszenierung; Blick auf historische Horizonte des Textes)

Didaktisches Phasenmodell literarischen Textverstehens nach Günter Waldmann 1998

  • Vorphase: spielhafte Einstimmung in literarische Texte
  • 1. Phase: Lesen und Aufnehmen literarischer Texte
  • 2. Phase: Konkretisierende subjektive Aneignung literarischer Texte
  • 3. Phase: Textuelles Erarbeiten literarischer Texte
  • 4. Phase: Textüberschreitende Auseinandersetzung mit literarischen Texten

Waldmann, Günther (1999): Produktiver Umgang mit Literatur im Unterricht. Grundriss einer produktiven Hermeneutik. Theorie - Didaktik - Verfahren - Modelle. 2., korr. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.