China-EU-Klimakooperation: Erfolge und Defizite

Die aktuellen globalen Klimazusagen reichen weiterhin nicht aus, um das 1,5-°C-Ziel der UN-Klimarahmenkonvention zu erreichen. Dies stellt ein Defizit dar, das durch wiederholte Rückzüge der USA aus dem Pariser Abkommen zus?tzlich versch?rft wurde. Vor diesem Hintergrund verdienen die klimapolitischen Beziehungen zwischen der EU und China besondere Aufmerksamkeit. Als zweit- und drittgr??te kumulative Emittenten nach den USA kommt ihrer Zusammenarbeit erhebliche globale Bedeutung zu. Dieses kumulative Promotionsprojekt untersucht die Bedingungen der klima- und umweltpolitischen Kooperation zwischen der EU und China. Es analysiert zentrale Bereiche der Zusammenarbeit, darunter die sich wandelnde Natur und bestehende Hindernisse in diesem Politikfeld, die Governance spezifischer Kooperationsbereiche wie der Minderung von Methanemissionen und der Bek?mpfung von Entwaldung in globalen Lieferketten sowie einen zentralen Dialog in diesem Feld, den EU-China High-Level Environment and Climate Dialogue (HECD). Im ersten Teil entwickelt das Projekt einen Rahmen, der Kooperationshindernisse auf Basis verschiedener theoretischer Perspektiven identifiziert. Der Beitrag argumentiert, dass die klima- und umweltpolitische Zusammenarbeit zwischen der EU und China in der Post-COVID-?ra eher einem ?Dialog um des Dialogs willen“ entspricht als substantieller Kooperation mit greifbaren Ergebnissen. Anschlie?end nutzt das Projekt Erkenntnisse aus der Literatur zu globaler Umweltungerechtigkeit, um die Governance ausgew?hlter Kooperationsfelder vergleichend zu untersuchen. Abschlie?end analysiert das Projekt, ob hochrangige Dialoge wie die HECDs tats?chlich bedeutungsvolle klimapolitische Interaktion darstellen oder prim?r symbolischen und imagepolitischen Zwecken dienen. Dabei stützt es sich auf Dings Theorie (2020) des performativen Staates sowie praxistheoretische Ans?tze der Internationalen Beziehungen. Dieses interdisziplin?re Projekt leistet einen Beitrag zu Debatten in den Internationalen Beziehungen, den China Studies, den EU-China-Beziehungen und der bilateralen Klimagovernance. Methodisch folgt es einem qualitativ ausgerichteten Forschungsdesign, das umfangreiche Literatur- und Dokumentenrecherchen sowie leitfadengestützte Interviews mit qualitativer Inhaltsanalyse, einem vergleichenden Fallstudiendesign und Process Tracing verbindet. Betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Wiebke Rabe (Erstbetreuung) und Prof. Dr. Yifei Li, Assistant Professor of Environmental Studies an der New York University Shanghai (Zweitbetreuung).
Dissertationsprojekt von Barbara Pongratz
Projektbezogene Publikationen
Pongratz, B., & Rabe, W. (2025). Dialog for the Sake of Dialog: Obstacles to China–EU Climate and Environmental Cooperation. Global Policy, Early View n/a(n/a). doi.org/10.1111/1758-5899.70071
