Dielektrophoretische Partikelchromatographie (DPC) mit skalierbarer Trennwirkung im pr?parativen Ma?stab (SPP 2045)
Die dielektrophoretische Partikelchromatographie (DPC) ist ein Trennverfahren für eine Vielzahl von Mikropartikeln, diese k?nnen biologischen, synthetischen oder natürlichen Ursprungs sein. Durch Beeinflussung der Partikel durch inhomogene elektrische Felder sollen den Partikeln spezifische Verweilzeiten oder Abtrennraten in einer Trenns?ule zugeordnet werden. Das Verfahren eignet sich für die Analytik und die Trennung von Mikropartikeln. Zus?tzlich hierzu wird die Skalierbarkeit von elektrodenbasierten Dielektrophorese mithilfe von kostengünstigen printed circuit boards (PCB) untersucht.
Die meisten aktuellen DEP-Separatoren sind mikrofluidische Aufbauten und sind daher im Volumenstrom begrenzt (?L/h oder wenige mL/h). Diese Separatoren arbeiten entweder mit dem selektiven Einfangen von Partikeln oder der r?umlichen Trennung verschiedener Partikel. Diese Arbeitsweise kann für wertvolle Produkte wie Proteine oder Zellen praktikabel sein und kann sogar als Hochdurchsatz angesehen werden. Für weniger wertvolle Produkte oder gro?e Mengen ist jedoch eine Erh?hung des Durchsatzes erforderlich. Da die DEP-Kraft mit dem Gradienten des elektrischen Feldes zum Quadrat skaliert, ist es wichtig, die Gr??e des Gradienten w?hrend der Vergr??erung des Ger?ts beizubehalten. Bei mikrofluidischen Ger?ten wird eine Vergr??erung durch Parallelisierung als Option in Betracht gezogen, aber da die Herstellung von mikrofluidischen Ger?ten oft Reinraumtechniken erfordert und mikrofluidische Aufbauten h?ufig schwierig zu handhaben sind, sind skalierte DEP Aufbauten Gegenstand aktueller Forschung. Eine M?glichkeit zur Vergr??erung von DEP-Separatoren besteht in der Verwendung makroskopischer isolierender Strukturen wie Glaskugeln, Netze oder Aluminiumoxidsch?ume, um das elektrische Feld zu streuen und so lokale Feldminima und -maxima zu erzeugen. Dieser Ansatz wird als isolatorbasierte Dielektrophorese (iDEP) bezeichnet. Die iDEP-Ans?tze mit hohem Durchsatz ben?tigen jedoch hohe Spannungen, da die Elektroden selbst durch den Isolator getrennt sind, der zus?tzlich den Flüssigkeitsweg blockiert, was zu einem erh?hten Druckabfall führt. Au?erdem ist das Isoliermaterial nach der Verarbeitung der Materialien nur schwer zu reinigen. Zus?tzlich ist das Verwenden von hohen Frequenzen in iDEP Aufbauten technisch schwierig. Im Gegensatz dazu werden bei der elektrodenbasierten DEP (eDEP) h?ufig Elektrodenarrays verwendet, um ein inhomogenes elektrisches Feld zu erzeugen. eDEP-Separatoren werden bisher nicht als Hochdurchsatz-Separatoren eingesetzt, da die Herstellung gro?er Elektrodenarrays im Reinraum teuer und zeitaufwendig ist.
Ziel unserer Arbeit ist es, neuartige Konzepte zu entwickeln, die zwei Trennaufgaben - hohe Selektivit?t und hoher Durchsatz - erfüllen. Ersteres wird durch die Entwicklung einer neuartigen chromatographischen Technik erreicht werden. Obwohl chromatographische Techniken auf dem Gebiet der DEP selten sind, k?nnten sie eine Option für die Realisierung hochspezifischer Trennungen sein. In einem zweiten Bereich wird die Skalierbarkeit von eDEP-Ger?ten erforscht, da dies ein Engpass der derzeitigen elektrodenbasierten Ans?tze ist. Darüber hinaus sollten beim Hochskalieren die spezifischen Kosten für die Aufbauten sinken, um die Anwendbarkeit makroskopischer eDEP-Ger?te zu f?rdern.
Publikationen aus dem Projekt
J. Giesler et al. (2022). Electrophoresis. https://doi.org/10.1002/elps.202200131
J. Giesler et al. (2021). Scientific Reports 11(1), 16861. https://doi.org/10.1038/s41598-021-95404-w
J. Giesler et al. (2020). Micromachines 11(1), 38. https://doi.org/10.3390/mi11010038
Kontakt:
Giesler, Jasper, M. Sc.
Raum UFT 2110
Tel. 0421- 218 - 63495





