(AKAD21) Lou Andreas-Salomé: Klug – freiheitsliebend – verführerisch

?Scharfsinnig wie ein Adler – mutig wie ein L?we“ (F. Nietzsche)

Es gibt viele Vorurteile beim Klang des Namens Lou Andreas-Salomé. Das Dreigestirn Nietzsche, Rilke, Freud tauchen sofort assoziativ auf. Und viele denken, diese Frau suchte diese drei Berühmtheiten, um sich mit ihnen zu schmücken. Eine Muse war sie nicht! Sie war viel 澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育. Doch es gibt weitaus 澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育 Berühmtheiten, mit denen Sie kommunizierte, befreundet war. Nicht als Schmuck, sondern für alle als intellektuelle Partnerin, die das Denken dieser Menschen um sich herum beeinflusste. Mit den Psychoanalytikern Sándor Ferenczi und Alfred Adler hatte sie regelm??ig Briefwechsel, mit der 34 Jahre jüngeren Anna Freud verbindet sie sp?t im Leben eine tiefe Freundschaft.

Friedrich Nietzsche, damals 37-J?hrig, lernt sie in Rom kennen sie (21 Jahre jung). Er ist fasziniert von ihr, nennt sie sein ?Geschwisterhirn“. Sie sch?tzte den Denker, nicht seine Avancen, lehnte sp?ter gleich zwei Heiratsantr?ge von ihm ab. Sie wünscht sich viel澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育, mit ihm und Paul Rée eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Das sind nicht Nietzsches Vorstellungen. Es ist eine utopische Vorstellung für die damalige Zeit. Lou denkt und lebt Utopien. Sie wird sp?ter ein Buch über Nietzsche schreiben.

Viele Jahre sp?ter, sie ist 36, erfolgreiche Journalistin und Autorin, verheiratet mit dem Orientalisten Carl Andreas, lernt sie Rainer Maria Rilke kennen. 

Die anf?ngliche holprige Begegnung mit Rilke wird zu einer Liebesbeziehung und die Formung des v?llig unbekannten René Rilke, den sie umtaufen wird in Rainer, beginnt. Sie beendet die Liebesbeziehung nach einigen Jahren, die Freundschaft h?lt aber bis zu Rilkes Tod. Der Briefwechsel zwischen beiden wird ein Thema des Seminars werden. Rilke hat ihn als Buch herausgegeben.

1911 ist ihre erste Begegnung mit Siegmund Freud.  Lou ist 50 Jahre alt.  Lou ist immer noch sehr attraktiv, tritt bei einem Psychoanalytiker-Kongress auf mit einer eleganten Boa. Beide respektieren sich, Freud r?t ihr, Psychoanalytikerin zu werden. Er sch?tz sie als ?Dichterin der Psychoanalyse“, sie schreibt Beitr?ge für die psychoanalytische Zeitung ?Imago“.  Es sind die Anf?nge der Psychoanalyse, die Lou miterlebt und sie macht – aus heutiger Sicht – eine abenteuerlich kurze Ausbildung zur ersten weiblichen Psychoanalytikerin überhaupt.

1921, da ist sie 60 Jahre alt, lernt sie Anna, die jüngste Tochter Freuds kennen, die die erste Kinderpsychoanalytikerin werden wird. Sie freunden sich trotz des gro?en Altersunterschieds von 34 Jahren an. Der Briefwechsel zwischen beiden ist faszinierend und soll in das Seminar mit eingehen. Interessant ist hier, dass Lou in den Briefen an Anna Freud einen v?llig anderen Sprachduktus w?hlt als bei den Briefen an Siegmund Freund.

Lou Andreas Salomé lebte unkonventionell. Wenig bekannt ist, dass sie gerne in den Bergen wanderte, Hühner hielt, einen Gemüsegarten betrieb. Sie kleidete sich sp?ter in ihrem Leben nicht der damaligen Mode entsprechend, sondern in lockeren Gew?ndern aus Sackleinen. Keine Femme Fatale, sondern eine eigensinnige Frau, die ihren Intellekt lebte.
 


Dozentin:          Dr. Monika Thiele

Termine:         montags,   13.04. - 06.07.2026

Zeit:                12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr

Veranstaltungsart:  hybrid, in Pr?senz (Akademie, Raum B 0660) oder wahlweise Online-Teilnahme

Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Pr?senz

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