Projektdetails

Diagnose- und Entscheidungsfindung in der Latenzphase der Geburt (DELph)

Laufzeit: Seit 18.04.2023
Forschungsteam:

Caroline Jeltsch;

 
Projektpartner:innen: Prof. Dr. Birte Berger-H?ger (Universit?t Bremen); Prof. Dr. Oda von Rahden (Jade Hochschule); Prof. Dr. Frauke Koppelin (Jade Hochschule)
Projekttyp: Promotionsprojekt

Beschreibung

Hintergrund

98% der Geburten werden jedes Jahr im klinischen Setting betreut (RKI 2023). Die Geburt ist sowohl für die Geb?rende, als auch für das Kind ein vulnerabler Prozess und erfordert eine bedarfsgerechte und schwangerenzentrierte Betreuung (BMG 2016). Die S3-Leitlinie ?Vaginale Geburt am Termin“ (2020) empfiehlt Klinikaufnahmen bis zur aktiven Er?ffnungsphase abzuwarten und ohne medizinische Indikation keinerlei Interventionen zur Beschleunigung des Geburtsprozesses vorzunehmen. Jedoch suchen 澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育 als die H?lfte der schwangeren Frauen in Deutschland bereits w?hrend der Latenzphase die Klinik auf (IQTIQ 2024). Die Latenzphase ist dabei die zeitlich undefinierte erste Phase der Geburt. Sie ist gekennzeichnet durch unregelm??ige, individuell schmerzhaft empfundene Wehent?tigkeit, die ein Verstreichen der Cervix, sowie eine Er?ffnung des Muttermundes auf ca. 4-6 cm bewirkt (WHO 2018; NICE 2017).

Ein frühzeitiger station?rer Betreuungsbeginn geht h?ufig mit einem ver澳门皇冠_皇冠足球比分-劲爆体育ten Einsatz von Interventionen und operativen Geburten im weiteren Geburtsverlauf einher (Tilden et al. 2020). Demgegenüber stellt eine Entlassung nach Hause bei schmerzhafter Wehent?tigkeit eine Unterversorgung dar (Janssen et al. 2009).

Parallel dazu hat sich seit 1991 die Zahl der geburtshilflichen Standorte um 43% reduziert. Die Schlie?ung geburtshilflicher Standorte bewirkt, dass eine zunehmende Zahl von Schwangeren keine wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung findet und damit ein frühzeitiges Aufsuchen der Klinik begünstigt werden k?nnte. Gleichzeitig gibt es Barrieren, die eine ambulante Betreuung durch Hebammen aufgrund der unattraktiven Vergütung bei gleichzeitig hohen Versicherungspolicen erschweren. In Deutschland existiert derzeit kein verl?ssliches Versorgungskonzept für Frauen, die Beratungs- und Betreuungsbedarf w?hrend der Latenzphase der Geburt haben.

Ziel

Das Ziel der geplanten Forschungsarbeit ist eine Bedarfs- und Versorgungsanalyse der Latenzphasenbetreuung für Schwangere in Deutschland. Die kumulative Dissertation analysiert den Informations- und Betreuungsbedarf von Geb?renden in der Latenzphase der Geburt und ob und wie vor dem Hintergrund der Zentralisierung von Krankenh?usern die Empfehlungen der S3-Leitlinie im klinischen Versorgungssetting umgesetzt werden k?nnen. Basierend darauf werden Empfehlungen für ein ad?quates Schnittstellenmanagement generiert.

Methoden

Es werden zun?chst internationale Versorgungskonzepte bzw. komplexe Interventionen für Schwangere w?hrend der Latenzphase der Geburt im Rahmen eines Scoping Review nach Leitfaden des Joanna Briggs Institute (2020) erfasst und bezüglich Interventionskomponenten ausgewertet. In Hinblick auf m?gliche Implementierungsm?glichkeiten in Deutschland sollen diese in die deskriptive Analyse der jetzigen Versorgungssituation einbezogen werden.

Für eine weiterführende zielgruppenorientierte Bedarfsanalyse werden Mütter sowie Hebammen hinsichtlich des Informations- und Unterstützungsbedarf von Schwangeren in der Latenzphase in Deutschland mittels leitfadengestützte Expert*inneninterviews befragt.

Erwartete Ergebnisse

Die Ergebnisse der Interviews und des Scoping Reviews dienen als Grundlage zur Erarbeitung eines Versorgungskonzeptes für ein optimiertes Schnittstellenmanagement zwischen Klinik und Au?erklinik.

Das geplante Promotionsvorhaben wird im Rahmen einer kooperativen Promotion an der Jade Hochschule (JHS) im Rahmen des Projektes DEAL (Data- Driven-Health) durchgeführt, an der die Verfasserin Stipendiatin ist.




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