Projektdetails
Take-Home Naloxon in Deutschland. Auf dem Weg zu einer fl?chendeckenden Drogennotfallprophylaxe
Beschreibung
Hintergrund und Ausgangslage
Die Zahl der Drogentodesf?lle in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Dabei ist der Anteil der Todesf?lle im Zusammenhang mit oder auf Grund von Opioiden gleichbleibend hoch. Die Mortalit?t von opioidabh?ngigen Personen ist sch?tzungsweise 6- bis 20-mal h?her als in der allgemeinen Bev?lkerung im gleichen Alter und bei gleichem Geschlecht. Das European Monitoring Center for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) empfiehlt als Ma?nahmen zur Reduktion der Todesf?lle unter anderem die Einführung von fl?chendeckenden Take-Home Naloxon Schulungen und die Versorgung von Menschen, die Opiate konsumieren oder in Substitutionsbehandlung sind, mit Naloxon. Naloxon ist ein Opiatantagonist, welcher 1960 zum ersten Mal synthetisiert wurde und die Wirkungen von allen Opiaten (Fentanyl, Heroin, etc.) aufhebt. Bei Take-Home Naloxon wird der Risikogruppe also Naloxon mit nach Hause gegeben, damit im Notfall das lebensrettende Medikament direkt vor Ort ist. Take-Home Naloxon kann weder den Notruf noch andere Harm Reduction Ma?nahmen ersetzen, sondern nur erg?nzen.
Fragestellung
Das Dissertationsvorhaben bearbeitet in Anschluss an das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gef?rderte Bundesmodellprojekt NALtrain die Forschungsfrage ?Wie k?nnen Take-Home Naloxon Programme in Deutschland erfolgreich eingeführt und durchgeführt werden?“ Dabei bezieht sich die empirische Untersuchung auf die konkrete Umsetzung ?vor Ort“, also auf die Institutionen, welche Take-Home Naloxon – Programme letztlich umsetzen. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie sich Take-Home Naloxon als Innovation im System der Suchthilfe etablieren l?sst. Dieser Prozess der Etablierung l?sst sich dann ggf. auch auf andere Ma?nahmen und Innovationen übertragen.
Methode
Es werden verschiedene Einrichtungstypen der Suchthilfe, welche mit der Zielgruppe arbeiten (z. B. Entzugsklinik, Drogenkonsumraum, Betreutes Wohnen) identifiziert. Aus jedem dieser Einrichtungstypen werden Mitarbeitende mit semi-strukturierten, Leitfaden gestützten Expert:inneninterviews befragt. Diese Interviews werden mit Hilfe einer strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse sollen dann jeweils entsprechend der einzelnen Einrichtungstypen als Workshops aufbereitet, dort den befragten Mitarbeitenden vorgestellt und mit diesen diskutiert werden. Zus?tzlich werden die bisherigen Take-Home Naloxon Projekte in Deutschland aufgearbeitet und damit ein zeitlicher Rückblick über die Etablierung herausgearbeitet.

